30.06.17 11:56 Alter: 53 days
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30.06.17

Brückenbauer und Kämpfer für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung

- Diakon Dr. Christoph Beuers in den Ruhestand verabschiedet
- Seelsorger im Sankt Vincenzstift und Leiter der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege


Peter Kraus (Bewohner im STV), Dr. Caspar Söling, Dr. Christoph Beuers, Heike Beuers, Generalvikar Wolfgang Rösch, die Vertreter des Heimbeirates Johannes Kloft und Samara Pieri.

Rüdesheim-Aulhausen, den 29. Juni 2017.- „Dr. Christoph Beuers war schon in jungen Jahren klar, welche Richtung sein Berufsweg nehmen sollte. So schrieb er Ende 1982 in seiner Bewerbung beim Sankt Vincenzstift: Nach der Vorlage meiner Diplomarbeit zum Thema ‚Religiöse Früherziehung und Sozialisation geistig Behinderter – zur Situation in der Familie und Hilfsangebote der Gemeinde‘  und der Absolvierung der letzten Prüfungsstufe habe ich im Juli das Diplom in katholischer Theologie erlangt. Seitdem bemühe ich mich um eine Tätigkeit in der Behindertenseelsorge“, erinnerte Dr. Caspar Söling, der Sprecher der Geschäftsführung des Sankt Vincenzstiftes anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand von Diakon Dr. Christoph Beuers. Der Rahmen vor dem Theaterstück beim Sommerfest war passend gewählt: Die jährliche Aufführung durch Studierende der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege, gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung geht maßgeblich auf den Leiter der Fachschule zurück. „Seit März 1983 sind sie im Vincenzstift für Menschen mit Beeinträchtigung da“, so Dr. Söling. „Und Sie haben jede Aufgabe durch Ihren persönlichen Einsatz bewältigt und das Sankt Vincenzstift geprägt. Dafür danken wir Ihnen herzlich.“

 

Zunächst eingestellt als Diplom-Theologe zur religiösen Unterweisung übernimmt Dr. Christoph Beuers 1989 nach seiner Weihe zum Diakon zusätzlich die Aufgabe als ständiger Diakon im Sankt Vincenzstift, 1996  erscheint seine Promotion „Die frühe religiöse Sozialisation von Kindern mit geistiger Behinderung“, ab 1997 unterrichtet er zusätzlich an der Fachschule für Heilerziehungspflege.

 

„Als ich 2006 die Leitung des Sankt Vincenzstiftes übernahm, arbeitete Dr. Beuers zu je 50 Prozent Stellenanteil als Leiter der Fachschule und als Seelsorger. Das ist viel zu viel für eine Person. Deshalb war eine meiner ersten Tätigkeiten, genaue Aufgabenbeschreibungen für beide Bereiche zu erarbeiten, um ihn zu entlasten“, so Dr. Söling. 2007 erfolgt die Berufung von Dr. Beuers in die Pastoral Kommissionen bzw. in das Kuratorium der Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der deutschen Bischofskonferenz, heute Beirat der Pastoralkommission 4 der Deutschen Bischofskonferenz. Darüber hinaus nimmt Dr. Beuers Lehraufträge an der Fachhochschule in Köln, in Sankt Georgen und an der Universität in Frankfurt wahr.  2012 wechselt er komplett in die Fachschule. „Er ist aber weiterhin unterstützend in der Seelsorge tätig, die heute aus einem fünfköpfigen Team besteht“, erläutert der Sprecher der Geschäftsführung.

 

Als Leiter der Fachschule beginnt Dr. Beuers direkt mit der Schulprogrammarbeit und den Vorarbeiten für ein Schulprofil. 2013 wird die damalige Fachschule für Sozialwirtschaft durch eine neue Verordnung und ein neues Curriculum in die Fachschule für Sozialwesen überführt. 2014 erfolgt der Umzug aus Aulhausen in die ehemalige Leopold-Bausinger-Schule in Geisenheim, Anfang 2017 der Umzug ins die endgültigen Schulräume im roten Haus. „Ich wollte der Fachschule vor meinem Ausscheiden ein gutes Zuhause mit einer Perspektive für die Zukunft geben“, sagte Dr. Christoph Beuers anlässlich der feierlichen Eröffnung im April 2017. „Diese Standortsicherung ist für mich ein Qualitätsmerkmal unserer Fachschule.“

 

Auch die Initiative für eine mobile Fachstelle für Inklusion F.INK, die seit 2016 als Projekt einer Modellregion Inklusion von Rheingau-Taunus-Kreis und Sozialministerium tätig ist, geht auf Dr. Beuers zurück. Ebenso das mit Frau Mihali-Brühl ausgearbeitete Konzept für eine geplante Inklusionsakademie, die das Sankt Vincenzstift im roten Haus eröffnen möchte.

 

„Ihr Berufs- und Lebensweg zeigt: Sie haben dem Vincenzstift und den dort lebenden Menschen sehr viel gegeben“, dankte Dr. Söling dem scheidenden 63jährigen. „Für mich persönlich waren sie ein wichtiger Mitstreiter bei der Aufarbeitung der Heimkinderthematik des Sankt Vincenzstiftes, in der persönlichen Begleitung ehemaliger Heimkinder und in der Durchsetzung der Stiftung Anerkennung und Hilfe, die Anfang dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat. Für Ihren Ruhestand wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.“

 

Nachfolgerin von Dr. Christoph Beuers als Leiterin der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege des Sankt Vincenzstiftes wird zum 1.7.2017 Petra Mihali-Brühl.