01.03.17 16:39 Alter: 173 days
Kategorie: Top News, St. Vincenzstift Pressemitteilungen, Werkstatt für behinderte Menschen Pressemitteilungen
01.03.17

„Inklusives“ Klostercafé öffnet seine Pforten

Benediktinerinnenabtei Sankt Hildegard führt Klostercafé in Zusammenarbeit mit den Rheingau Werkstätten Rüdesheim weiter


Rüdesheim/Aulhausen, den 01. März 2017.- „Ich bin neugierig auf alles, was da an Arbeit so kommt. Und ich freue mich, dass ich eine neue Umgebung und neue Arbeit kennenlerne", beschreibt Anne Stassen, Bewohnerin des Sankt Vincenzstifts, ihre Gefühle, wenn sie an ihren neuen Außenarbeitsplatz im Klostercafé der Abtei Sankt Hildegard denkt. Zusammen mit vierzehn weiteren Menschen mit und ohne Beeinträchtigung kümmert sie sich ab sofort um den Betrieb des Cafés, das seit dem 1. März in Zusammenarbeit mit den Rheingau Werkstätten Rüdesheim (RWR) bewirtschaftet wird. Gemeinsam mit den ersten Gästen hat das Team am Mittwoch (1. März 2017) die Eröffnung des inklusiven Klostercafés gefeiert.

Punkt elf Uhr standen alle an der Tür, um das Klostercafé zu öffnen. Aufgeregt und voller Neugier erwartete das neue Team seine ersten Gäste. Und die ließen nicht lange auf sich warten: Mitarbeiter der Rheingau Werkstätten Rüdesheim kamen vorbei, um zur Eröffnung zu gratulieren. „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit! Es ist toll und auch ein bisschen aufregend, dass es jetzt richtig losgeht", freute sich Markus Obermeier, Produktionsleiter der Rheingau Werkstätten Rüdesheim, der maßgeblich an den Planungen für das „neue" Klostercafé mitgewirkt hatte. Auch Schwester Philippa Rath, u.a. verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Abtei, ist voller Vorfreude auf die Zusammenarbeit im inklusiven Klostercafé: „Wir finden, ein inklusives Café als Begegnungsstätte für alle passt besonders gut zu einer Abtei wie der unseren. Wir freuen uns sehr auf das Miteinander." Im Rahmen der Eröffnungsfeier übergaben Mitarbeiter der Rheingau Werkstätten Rüdesheim dem Team des Klostercafés symbolisch einen großen grünen Schlüssel. Den Schlüssel aus Holz hatten Beschäftigte des Ateliers Weisse Nase, das zu den RWR gehört, extra für diesen Anlass gefertigt.

Die Idee

Die Kooperation zwischen der Abtei Sankt Hildegard und den RWR ist nicht neu. Bereits seit 2003 arbeiten drei Beschäftigte der Rheingau Werkstätten Rüdesheim im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes in der Küche, im Klostercafé und im Klosterladen. „Die Zusammenarbeit ist eigentlich ein ‘alter Hut‘: schon seit über zehn Jahren gehören die drei jungen Menschen zu unserem Team - mit großem Erfolg und großer Freude", so Schwester Christophora Janssen, Subpriorin der Abtei Sankt Hildegard, zu den Wurzeln der Kooperation. Das Klostercafé der Abtei gibt es in seiner jetzigen Form seit 2015, nun wurde ein neues Team gesucht. Schwester Christophora Janssen hat die schon seit Längerem bedachte Idee, das Klostercafé zusammen mit den Rheingau Werkstätten Rüdesheim als inklusives Café zu betreiben, vor einigen Monaten wieder hervorgeholt und aktiv angestoßen. „Wir haben den Anstoß gegeben, die Rheingau Werkstätten haben dann alles in die Wege geleitet", so die Subpriorin. Für die Abtei bedeute die Zusammenarbeit mit den Werkstätten ganz klar eine Arbeitserleichterung. „Gleichzeitig haben wir in den letzten Jahren erlebt, welche Freude die Beschäftigten bei der Arbeit im Café haben. Wir freuen uns, ihnen einen Arbeitsplatz anbieten zu können, an dem sie ihre Potenziale voll entfalten können. Eines ist sicher: Es herrscht immer gute Laune im Team!"

Neus Team, neue „hildegardische" Speisekarte, erweiterte Öffnungszeiten

Insgesamt besteht das neue inklusive Team des Klostercafés der Abtei St. Hildegard aus 15 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Sie kümmern sich um den Betrieb des Cafés. Schwestern und Beschäftigte sowie Mitarbeiter der RWR arbeiten dabei Hand in Hand. Angeboten werden auch weiterhin warme und kalte Getränke, ein Mittagstisch, Kuchen sowie herzhafte Kleinigkeiten. „Wir haben unsere neue Speisekarte stark an Speisen der heiligen Hildegard orientiert. Es gibt zum Beispiel frisches Dinkelbrot oder auch Dinkelnussecken – direkt aus unserer Klosterküche", erklärte Schwester Christophora Janssen die neue Karte, während einige der Gäste sich schon genüsslich über die duftenden Dinkelnussecken hermachten. Schriftliche Quellen zeigen: Dinkel wurde von Hildegard von Bingen diätetisch hochgeschätzt, sie bezeichnete ihn als „das beste Getreide". Alle im Klostercafé angebotenen Speisen und Weine stammen aus der Klosterküche oder dem Weingut der Abtei.

Geöffnet ist das Klostercafé ab dem 1. März täglich (Mo-So) von 11.00 bis 17.00 Uhr (außer Karfreitag, Ostersonntag, Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag). „Wir laden alle Wanderer, Pilger, Besucher und Besuchergruppen ein, im Klostercafé einzukehren und sich auf ihrem Weg zu stärken", gab Schwester Philippa Rath den Anwesenden zum Abschluss des Eröffnungstages mit auf den Weg und wies gleich noch darauf hin, dass Wanderer und Fahrradfahrer ihre Wasserflaschen im Klostercafé kostenlos auffüllen können.